03.08.15

Emotionen

Hallo, meine Lieben..

.. ich weiß noch nicht so richtig, wohin mich der Beitrag führen wird, aber ich möchte einfach mal wieder das niederschreiben, worüber ich in den letzten Tagen nachgedacht habe. Ich habe auch lange mit mir gerungen, ob ich darüber überhaupt schreiben und es veröffentlichen soll.

Erstens geht es um das Bloggen allgemein. Worauf kommt es auch bei einem Blog an, wenn ihr ihm folgen möchtet?
Darauf, wie oft sie posten?
Darauf, dass sie Artikel von Firmen gestellt bekommen und darüber berichten?
Darauf, dass sie möglichst viel in ihrem Leben unternehmen und erleben, um darüber berichten zu können?

Ich habe mir in den letzten Tagen oft Gedanken darüber gemacht, worauf es bei mir darauf ankommt, einem Blog zu folgen und ich habe in meiner Liste einige Blogs aussortiert, von denen ich denke, dass sie einfach nicht mehr meinem Themengebiet entsprechen, meinen Interessen nicht mehr so entsprochen, wie noch zu der Zeit, wo ich ihnen unbedingt folgen musste.
Versteht ihr, was ich meine?

Über Erdbeerliese habe ich mir auch Gedanken über mein eigenes Konsumverhalten gemacht und ich muss sagen, dass ich ihrem Beitrag doch irgendwo zustimmen kann.
Ich habe eine Zeitlang auch wirklich Bücher ohne Ende gekauft, konnte an keinen Buchladen vorbei gehen, ohne nicht ein buch mitzunehmen.
.. bis mir bewusst geworden ist, dass ich das doch eigentlich gar nicht alles brauche, dass ich mich nicht hinter Bücherkaufen verstecken muss und auch erstmal die lesen kann, die ich noch zuhause habe.
Ich danke den Verlagsgruppen, die mir auch weiterhin Bücher zukommen lassen, aber ich nehme nicht mehr längst alle Bücher an und lese eben auch mal Bücher, die schon jahrelang bei mir im Regal stehen.
Wie Erdbeerliese sagte, geht man oftmals einfach nur aus Frust shoppen und braucht einfach ein kleines Glücksgefühl, um etwas anderes zu überspielen, was einen nicht mehr glücklich macht.
Und ich glaube, ich weiß genau, welche Momente das bei mir waren und wann der Zeitpunkt war, wo ich einen Schlussstrich gezogen habe und das nicht nur auf den Bücherkauf oder das Frustshoppen bezogen.
Wie ist das bei euch mit eurem Konsumverhalten? Oder Frustshoppen von Dingen, die ihr eigentlich gar nicht braucht?

Ich habe mich in letzter Zeit außerdem sehr oft gefragt, ob die Entscheidungen, die ich in - sagen wir dem letzten Jahr - getroffen habe, wirklich richtig waren. Ich habe eine für mich bis dato sehr wichtige Freundschaft beendet ( welche für mich auch definitiv beendet ist und da habe ich solche kindischen Spiele wie anonymen Telefonterror sicherlich nicht nötig!!), und das hat bei mir dazu geführt, allgemein über die ganzen Dinge nachzudenken, die Freundschaften betreffen?

Warum ist man mit mir befreundet?
Ist man um meines Willen mit mir befreundet oder nur weil ich ein netter Zeitvertreib bin?
Was ist an mir wirklich interessant? Ich als Person oder doch nur meine Handlungen und Taten, die ich innerhalb einer Freundschaft tätige?

Nachts lag ich oftmals wach, habe mich selbst in Frage gestellt, habe meine Gedanken und Gefühle in Frage gestellt und hatte das Gefühl, in ein riesiges schwarzes Loch zu fallen, aus welchem es einfach kein Entrinnen gibt.
Wie vielleicht einige von euch wissen, bin ich derzeit in einer Umschulung zur Kauffrau im Einzelhandel und selbst da frage ich mich manchmal, ob ich dem ganzen Druck überhaupt gewachsen bin, ob ich all den Erwartungen, die an mich gestellt werden, gerecht werden kann.
Ich kann zwar mit Stolz behaupten, auf mein Zwischenzeugnis stolz sein zu können, aber auf der anderen Seite habe ich noch immer diese Zweifel, die fragen, ob ich es nicht doch noch hätte etwas besser machen können.


Es gibt Entscheidungen, die ich definitiv nicht rückgängig machen werden und bei denen ich auch ein mir vorgeworfenes Verhalten im Nachhinein nicht nötig habe, aber auf der anderen Seite bleiben noch immer diese Selbstzweifel in mir, die mein Selbstbewusstsein an manchen tagen so weit sinken lassen, dass ich mich am liebsten unter dem Bett verkriechen will, weil ich einfach - durch die Vergangenheit, in der mir manchmal genau das vermittelt wurde - denke, dass ich einfach nichts wert bin.
Mein Mann selbst ist auch nicht gesund, was mich zusätzlich noch belastet, auch wenn da einfach gilt "In guten, wie in schlechten Zeiten" und zusammen werden wir das alles schon irgendwie meistern.

Seelisch gesehen ist also einiges los bei mir und auch körperlich ist es manchmal nicht einfach. Es mag zwar im Gegensatz zu manch anderen Krankheiten vielleicht lächerlich erscheinen, aber ich habe vor kurzem auch eine Diagnose bekommen, die mich anfangs schon ein wenig aus der Bahn geworfen hat.
Angefangen hat alles mir einer Erkältung, die auch eine Mittelohrentzündung mitgebracht hat. Ich hatte schon länger das Gefühl, auf einer Seite nicht mehr richtig hören zu können und seit dieser Mittelohrentzündung, hatte ich einen Druck auf den Ohren und ein Knacken im Ohr, welches mich manchmal echt wahnsinnig gemacht hat.
Nachdem die Mittelohrentzündung abgeklungen war, wurde das einfach nicht besser, also hat mich meine Hausärztin an unseren örtlichen HNO - Arzt überwiesen hat. Nach einigen Test, hat er mir die Diagnose übermittelt, dass ich links nur noch eine Hörkraft von gerade mal 28% besitze und definitiv nicht um ein Hörgerät herum kommen werde.
Anfangs war es wirklich ein minimaler Schock für mich und ich dachte "Ich bin doch erst 33, wie kann ich denn da schon ein Hörgerät brauchen.",
Es ist bei mir erblich bedingt und es kann durchaus irgendwann dazu kommen, dass ich irgendwann auf links gar nichts mehr höre.
Heute habe ich mir mein erstes Hörgerät abholen können und es ist für mich ein sehr ungewohntes Gefühl, plötzlich wieder in einer Lautstärke zu hören, die mir in der letzten Zeit echt nicht möglich gewesen war.
Damit das Knacken im Ohr verschwindet, trage ich über Nacht und in jeder freien Minute auch noch eine Art Zahnklammer, da ebenso genau dieses Knacken auch zusätzlich von einer Kieferfehlstellung kommt.
Manchmal glaube ich, dass mir auch nichts erspart bleibt und in Momenten, in denen ich am liebsten wieder in meinem dunklen Loch verschwinden will, warte ich nur förmlich auf die nächste Hiobsbotschaft, die mich früher oder später vermutlich erreichen wird.

Nya, ich glaube, ich habe für heute genug erzählt und ich gratuliere jedem, der überhaupt bis hierhin gelesen habe.

Bis bald,
Melanie

Kommentare:

  1. Ich habe zum Glück keine Höhenangst, daher gings :D Der Typ vorm Sprung meinte auch wenn man Höhenangst hat is es schon hart, aber wenn nicht dann gehts und er hatte Recht.
    Danke, ich freu mich immer noch dass ich es gemacht habe :D

    Ja ich verstehe total gut was du meinst =)
    Mein Konsumverhalten hat sich allgemein mit meinem Blog total geändert. Ich hab immer schon gerne bei DM & Co. eingekauft, aber seitdem noch mehr :D

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  2. Diese Posts von dir finde ich ja am interessantesten. Denn sie regen zum Nachdenken und zum Austausch an. Ein anderer Post von dir hatte mich auch zum Antworten wollen verleitet, aber da fehlte mir die Zeit bzw die Ruhe.
    Nun sitze ich mit einer Tasse Tee am PC und dachte, ich sag dir mal wieder Hallo. :-)

    Ich folge Blogs aus ganz verschieden Motiven heraus.
    Manche Blogs sind thematisch interessant (Blogs über Japan, Restaurants in Berlin), manche haben inspirierende Bilder aus der Patisserie, bei manchen klingen die Rezepte gut und dann sind da noch die Blogs, die ich lese, weil ich die Menschen dahinter interessant finde.
    Wenn ich einen Blog finde, schaue ich mir zuerst die "über mich" Seite an. Dann schaue ich, wie die Rezepte gepostet werden (bei einem Foodblog) und ob Quellenangaben dabei sind. Quellenangaben finde ich wichtig. Ist mir das Gesamtbild sympathisch, nehme ich den Blog in meine Liste auf. Allerdings bin ich auch jemand, der alle paar Monate dann wieder Blogs von der Bloglist entfernt.
    Ich finde es gut auszusortieren. Die Übersichtlichtkeit zu wahren (meine Liste müsste ich auch mal wieder verkleinern).
    Das ist wie mit dem Konsumverhalten. Ich habe mir gestern gerade wieder ein Backbuch gekauft, weil ich die FotoS in dem Buch so inspirierend fand. Aber ich habe auch ein anderes Buch (über chinesische Küche), das 20 Jahre unbenutzt im Regal stand entsorgt.
    Allerdings fällt es mir gerade bei Büchern schwer, diese wegzugeben. Ich geb's ja zu.

    "Warum ist man mit mir befreundet?"
    Diese Frage stelle ich mir auch ganz oft.
    Das ist sicher so wie bei der Liebe. Eine Sache der gegenseitigen Sympathie.

    Es gibt bei mir auch Dinge/Entscheidungen/ Handlungen in meinem Leben, die ich gerne ungeschehen machen würe oder bei denen ich mich frage, was wäre wenn ich einen anderen Weg gewählt hätte.

    Aber als zu lange sollte man nicht darüber nachdenken. Ich habe gelernt, dass es wichtiger ist, nach vorne zu blicken. Zumindest weiß ich das theoretisch und versuche es. Also.
    Schau nach vorne, Mella. Das mit dem Hörvermögen ist blöd, aber heutzutage gibt es gute Hörgeräte.
    Und dass du nichts wert bist, kann nicht sein.
    Du hast schließlich deine zwei Männer.
    Und überleg doch mal. Wir kennen uns nicht lange und ich weiß nicht viel über dich. Aber du hast mir mit deinen Kommentaren sehr viel gegeben. Und das, was ich von dir gelesen habe, bei mir in den Kommentaren oder hier auf dem Blog, hat schon ausgereicht, dass mein Interesse an deiner Person geweckt wurde. Weil du wertvoll bist und das Leben anderer bereicherst.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und ich wünsche dir, dass du die Zeit außerhalb des Lochs genießen kannst und nicht damit verbringst, Angst vor dem nächsten Tief zu haben. Genieße das Positive. Das wird dir Kraft geben, die nächste Talfahrt zu meistern.

    Mir hilft es, über meine Krisen zu bloggen. Durch das Aufschreiben kann ich Ordnung in meine Gedanken bringen und wenn Feedback kommt, fühle ich mich gehört und nicht alleine.

    Ups, mein Tee ist kalt geworden vor lauter Denken und Schreiben.

    Sei lieb gegrüßt,
    Mari

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  3. Ach ja, hast du das Gewinnspiel schon entdeckt:
    http://welcome-japan.eu/de/sweepstakes
    Die Gewinnchancen sind natürlich gering (wenn auch besser als beim Lotto vermute ich), aber ein wenig träumen kann man ja. :-)

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  4. Das mit den Büchern kenne ich :D Aber im Laden habe ich selten etwas eingekauft. Eher bei Medimops, habe noch so viel zu Hause aber es mussten immer ein paar mehr sein. Das ein oder andere Buch bestelle ich mir trotzdem noch, nur nicht mehr so viele :D
    Die Frage mit der Freundschaft stelle ich mir auch oft. Ein netter Zeitvertreib bin ich nicht mehr, seitdem ich kein Alkohl mehr trinke. Wurde ich immer weniger gefragt für weg zu gehen. Aber braucht man das wirklich? Ich kann auch ohne Alkohol Spaß haben.

    Dankeschön <3
    Ja Kirschblütenbäume sind wirklich so toll *_*
    Alles Liebe Sara <3

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